Warum nehmen beruflich Qualifizierte ein Studium auf?

Alexandra Jürgens, Geschäftsführerin der Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen forscht an der Universität Stuttgart über die „Einflussfaktoren des Studienerfolgs von nichttraditionell Studierenden“.

Zur Studienmotivation beruflich qualifizierter Studierender / Warum nehmen beruflich Qualifizierte ein Studium auf?

Häufig berichten Studierende, wie auch Melanie Anstötz in der Diskussionsrunde “beruflich qualifiziert – akademisch erfolgreich” bei Workshop “Diversity im Übergang” an der Hochschule Niederrhein, dass sie das Gefühl hatten noch nicht beruflich angekommen zu sein. Insbesondere in KMUs arbeiten sich beruflich Qualifizierte häufig auf Akademikerstellen hoch und stellen dann fest, dass sie bei einem Arbeitgeberwechsel ohne den formellen Studienabschluss kaum eine Chance haben die erreichte Position beizubehalten bzw. einen beruflichen Aufstieg zu realisieren. Die Befunde meiner Untersuchung bestätigen dass für beruflich Qualifizierte bei der Studienaufnahme neben dem beruflichen Vorankommen an erster Stelle der individuelle Fortbildungswunsch steht. Die Erweiterung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen und des Wissenshorizonts stehen dabei vor dem Ziel ein höheres Einkommen zu generieren oder der Absicherung des Arbeitsplatzes. Ältere Befunde zeigten häufiger den Wunsch nach beruflicher Umorientierung, den Wechsel aus dem bisherigen beruflichen Umfeld in ein gänzlich neues Gebiet. Sicherlich gibt es hier interessante Einzelbeispiele vom Bäckermeister, der nun Medizin studiert. Quantitativ gesehen beobachten wir aber heute eine hohe Fachaffinität zwischen beruflicher Qualifikation und der Studienfachwahl. Das hat Vorteile für die Studierenden, denn sie können ihre berufliche Vorerfahrung besser ins Studium einbringen und sich teilweise auch außerhochschulisch erworbene Kompetenzen auf das Studium anrechnen lassen.

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